Fragen an Eric Berg

Posted on Jan 15, 2015 in Uncategorized
Fragen an Eric Berg

Herr Berg, Ihre letzten beiden Romane Das Küstengrab“ und Das Nebelhaus“, Krimis für Erwachsene, sind sehr erfolgreich. Nun haben Sie mit Schrei“ einen Thriller für Jugendliche geschrieben. Wie kam es zu diesem Projekt?

 

ERIC BERG: Meine quirlige Literaturagentur „Scripts for sale“ hat mich gefragt, ob ich mir ein Jugendbuchprojekt vorstellen könnte. Ich habe eine Nacht darüber geschlafen, dann hatte ich schon einen Handlungsort vor Augen, einen weiteren Tag später die ganze Geschichte. Offenbar schlummerte sie schon in mir, ohne dass ich es wusste.

 

Was ist der Unterschied beim Schreiben für Jugendliche im Gegensatz zu Krimis für Erwachsene?

 

ERIC BERG: Jugendliche möchten als junge Erwachsene behandelt werden, und genau das tue ich in meinem Roman. Beim Schreiben habe ich nie darüber nachgedacht, irgendetwas anders zu machen als sonst. Die Geschichte ist kürzer als meine anderen Krimis, ansonsten gab es für mich beim Schreiben keinen Unterschied.

 

Ihre Bücher zeichnen sich ja durch eine düstere, spannungsgeladene, unheilvolle Atmosphäre aus. Was fasziniert Sie so an diesen Szenerien?

 

ERIC BERG: In meiner Jugend schon habe ich solche Orte gemocht: eine einsame Lichtung im Wald, ein verlassenes Haus, eine kleine Meeresbucht. Das sind friedliche, stille und trotzdem ein bisschen unheimliche Orte. Mich kribbelte (und kribbelt) es dort immer. Ich mag es, wenn zwei völlig entgegengesetzte Gefühle miteinander streiten

 

Sie haben ja schon Bücher in den verschiedensten Genres veröffentlicht, auch Liebesromane. Für welches Genre schreiben Sie denn am liebsten?

 

ERIC BERG: Mich fasziniert immer das Buch am meisten, an dem ich gerade schreibe. Sobald es abgeschlossen ist, ist das liebste Buch das nächste.

 

Bei Ihren Historienromanen weisen Sie am Ende immer darauf hin, was wahre Begebenheiten sind und was Fiktion ist. Fließen in die Geschichte auch eigene Erfahrungen aus dem Internat ein oder wie haben Sie sich über das Leben in einem Internat vorab informiert?

 

ERIC BERG: Ich selbst war nie im Internat, das gaben schon meine schulischen Leistungen gar nicht her und das Geld dafür wäre auch nicht da gewesen. Vor einiger Zeit hatte ich das Glück, mit einem jungen Mann von knapp zwanzig Jahren zu sprechen, der mir von seiner Jugend im Internat erzählt hat. Wir saßen beide ziemlich lange im Wartezimmer einer Arztpraxis und er berichtete mir von den schönen und schlimmen Erfahrungen, die er damals gemacht hatte. Irgendwann wurde ich von der Arzthelferin aufgerufen. Als ich zurückkam, war er weg.  Ich kenne noch nicht einmal seinen Namen.

 

Ich versuche immer, möglichst viel Reales in eine Geschichte einfließen zu lassen. Aber erstens erfordert eine Geschichte auch die Fiktion, das Erfundene. Ich kenne nur sehr wenige Geschichten, die vollständig wahr sind und trotzdem gut. Zweitens muss ein Schriftsteller das Talent besitzen, sich in bestimmte Szenerien hinein zu denken. Man kann doch als Autor nicht selbst zum Mörder werden, um glaubwürdig in die Gefühlswelt eines Mörders einzutauchen. Muss man erst Geheimagent gewesen sein, um einen „James Bond“ zu erfinden? Oder Zauberlehrling, wenn man „Harry Potter“ schreiben will?

 

Wird es weitere Bücher aus Ihrer Feder für Jugendliche geben?

 

ERIC BERG: O ja!

 

Können Sie uns schon etwas darüber verraten? Wird es eine Fortsetzung von „Schrei geben oder widmen Sie sich einer komplett neuen Geschichte?

 

ERIC BERG: Nein, es wird eine neue Geschichte. Aber den Stil werde ich beibehalten.

 

Herzlichen Dank für Ihre Zeit und das Gespräch.